Westerwälder-Eisenbahn-Projekte
Umfangreich waren die Eisenbahnprojekte des 19. Jahrhunderts. Unzählige Komitees reichten Eingaben und Projekte ein.
Schmalspurige und Normalspurige Eisenbahnen wurden im Westerwald und Umgebung geplant, projektiert und wieder verworfen.
Wenige Jahre nach der Rheinlandbesetzung wurden in den Jahren 1925 und 1926 wieder Pläne geschmiedet.
In diesem Falle handelte es sich um 7 Projekte, die fast alle schon in der Vorkriegszeit mehr oder weniger öffentlich erörtert bzw. beraten worden sind oder gar schon Vorarbeiten, Planung und Vermessung wie im Falle der Gelbachtalbahn stattgefunden haben.

  1. Montabaur - Gelbachtal - Nassau

  2. Montabaur - Arzbach - Bad Ems

  3. Montabaur - Neuhäusel - Niederlahnstein

  4. Hillscheid - Neuhäusel - Niederlahnstein

  5. Selters - Breitenau - Isenburg - Sayn - Heimbach=Weis - Neuwied*

  6. Höhr - Vallendar

  7. Coblenz=Rheinbrücke - Urmitz - Sayn - Isenburg - Wölferlingen - Langenhahn - Höhn - Fehlritzhausen - Marienberg - Nisterberg - Langenbach - Derschen - Emmerzhausen - Burbach - Würgendorf - Siegen.

* zu 5. Diese Strecke sollte bis Erbach fortgeführt werden, um den Basalttransport aus dieser Region direkt zum Rhein zu führen!

Diese 7 Projekte lassen erkennen, dass tatsächlich ein großes Bedürfnis für die weitere Erschließung des Westerwaldgebietes durch mehrere Eisenbahnlinien vorhanden ist.

Weitere Eisenbahnprojekte finden sich im Sonderdruck aus "Der Bahnbau Nr. 15-18" von 1927.
Die Westerwalderschließung. Eine Eisenbahnstudie von Oberregierungsbaurat Wilhelm Weber in Koblenz.

Der Zweckverband zur Erschließung des Unterwesterwaldes hatte weitere Projekte für wichtig erklärt.

Nahezu 100!! verschiedene Eisenbahnprojekte und Vorschläge hat es allein für den Westerwald und angrenzende Regionen gegeben. Die Mitarbeiter des Eisenbahnarchivs sind damit beschäftigt, eine Zeittafel darüber anzufertigen.

Aus einem weiteren Dokument geht eindeutig hervor, dass auf der Engerser Verbindungskurve Gleise verlegt waren.
Denkschrift zur Verbesserung des Eisenbahnverkehrs zwischen Unterwesterwald und Coblenz aus dem Jahre 1925.
Eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse kann erzielt werden, "wenn das Gleis der Verbindungslinie vom Bahnhofe Engers bis zur Urmitzer Rheinbrücke, welches die Eisenbahnverwaltung vor einigen Jahren zwecks Verwertung des Materials an anderer Stelle aufgenommen hat, wieder einzubauen. Es genügt eingleisige Ausführung. Alsdann können die Züge der Linie Engers-Siershahn, welche jetzt bis auf ein in Neuwied entspringendes und endigendes Zugpaar von Engers ausgehen und dort enden, von und nach Coblenz durchgehend betrieben werden".

Auch in Siershahn sollte eine Verbindungskurve gebaut werden, damit die Züge in Richtung Montabaur/Limburg im Bahnhof Siershahn nicht mehr Kopf machen mussten.

Die Handelskammer Limburg forderte den Ausbau der Strecke Limburg-Altenkirchen-Au als Vollbahn, für eine schnellere Verbindung zwischen den Städten Köln und Frankfurt.

Das es ein Eisenbahn-Projekt gab, die Brexbachbahn zweigleisig auszubauen? Der I. Weltkrieg verhinderte die Ausführung.
Im Jahre 1925 wurde der zweigleisige Ausbau erneut erörtert. Wenn man es wegen technischer und finanzieller Probleme nicht durchführen könnte, sollte das Projekt einer Saynbachtalbahn oder Wiedtalbahn erfolgen (siehe oben).
Die Zugfolgestellen auf der Brexbachbahn wurden ausgebaut, Lokomotiven der Baureihe 94 wurden im schweren Reibungsdienst eingesetzt, Nauort erhielt eine Haltestelle. Diese Maßnahmen reichten aus, den Güterzugverkehr in den Westerwald auf der Brex zu sichern.

Der Bürgermeister von Gemünden forderte den Weiterbau der Ww-Querbahn nach der Lahn bei Wetzlar, wenn die Linie bis Westerburg vorgedrungen ist.